Leutzscher Chaostage

Kein Tag vergeht, an dem man nicht eine neue Schreckensnachricht aus Leipzig-Leutzsch zur Kenntnis nehmen muss. Der frühere Kultverein entwickelt sich zu einem schlechten Scherz. Doch lachen kann man eigentlich schon lange nicht mehr. Für alle, die langsam den Überblick verlieren und für Alle, die eine weitere Analyse der Leutzscher Chaostage haben wollen, ist hier der Versuch, die Situtation darzustellen und zu bewerten.
Derzeit spaltet sich die Leutzsche Gemeinde in drei Teile: Die „SG Leipzig-Leutzsch“-Fraktion, die BSG-Fraktion und die LMAA-Fraktion.
Die Fraktion der SG Leipzig-Leutzsch hat sich auf die Fahne geschrieben, das Erbe des FC Sachsen zu retten. Der Jugend – einschließlich der U-23 – soll eine Perspektive geboten werden und der geliebte AKS soll erhalten bleiben. Langfristig soll an einer Wiedervereinigung des Leutzscher Fußballs gearbeitet werden. Und das Ganze mit einem Etat von ca. 300.000 Euro, welches von kleineren Sponsoren – die derzeit noch anonym sind – aufgebracht wird. Es stellt sich die Frage, wer diese Sponsoren sind und warum diese nicht beim FCS eingesprungen sind? Damals als Jens Fuge mit dem Klingelbeutel umherzog fand sich keine Hilfe und dem neuen Verein wird „die Bude eingerannt“? Welche Anziehungskraft strahlt die SGLL denn aus? Das ganze erscheint mysteriös und könnte ein weiteres Kapitel in dem Buch „Leutzsch -Luftschlösser und Seifenblasen“ sein. Der Ausgang scheint ungewiss. Über den langfristigen Wunsch der SGL, den Leutzscher Fußball wiederzuvereinen möchte ich gar nicht sprechen. Wozu die Neugründung? Warum hat man sich nicht in BSG Chemie eingebracht? Die Antwort brachte Jamal Engel selbst: Die Sponsoren, würden das nicht wollen! Aha! Sponsoren wollen also keinen Fußballverein mit einer großen und bunten Fanszene! Leuchtet ein ;-) Meine Prognose ist, dass die SGL, eher früher denn später, tiefrote Zahlen schreiben wir und das Leutzscher Erbe dadurch weiterhin mit Füßen getreten wird. Jetzt wäre die Chance dagewesen, alle Leutzscher wieder ins Boot zu holen, aber diese Chance wurde vertan. Das bringt uns zur zweiten Fraktion. Die LMAA-Fraktion! Das Leutzscher Theater zieht sich nun schon seit einigen Jahren zäh dahin. Seit 2004 bin Ich der festen Überzeugung, dass der absolute Tiefpunkt eigentlich erreicht sein müsste. Leider bestätigte sich diese Aussage bisher nicht. Da kann es eigentlich nicht verwundern, dass einige Leutzscher irgendwann am Wochenende zu Hause blieben um sich im Fernsehen Bundesliga oder Premier League anzuschauen. Seit Neuestem können sich Leutzscher, denen es eigentlich immer nur um ein interessantes Spiel ging, auch bei Rasenballsport Leipzig amüsieren. Eine enorme Konkurrenz! Man hätte vielleicht mit einer BSG CHEMIE im AKS einige Herzen zurückerobern können. Man hätte es probieren müssen. Vielleicht hätte es geklappt. Die letzte Gruppe ist die Gruppe der BSG Chemie. Man kann die Abspaltung , welche 2008 erfolgte, als letzten Todesstoß für den FCS begreifen oder als das letzte Aufbäumen gegen den Tod des Leutzscher Fußball. Aber ob nun Verrat oder nicht, eigentlich bleibt festzuhalten, dass der Verein seit 2008 seriös und bodenständig wirtschaftet und sich dadurch einer immer größer werdenden Gruppe an Sympathisanten erfreut. Die BSG Chemie wird nächstes Jahr in der Landesliga antreten, wahrscheinlich gegen die SG Leipzig-Leutzsch. Das wird dann der Tag sein, an dem erneut viele negative Schlagzeilen über den Leutzscher Fußball auftauchen werden und wieder ein Stückchen mehr Leutzscher Fußball zerstört wird.